Wimpernverlängerung & Schwangerschaft: erlaubt?

von Sofie Reinik 5 Min. Lesezeit

Frau liegt entspannt mit geschlossenen Augen auf der Behandlungsliege in warmem Tageslicht, Lash Affair Schwäbisch Gmünd

„Darf ich das überhaupt?” Diese Frage höre ich in meinem Atelier in Schwäbisch Gmünd regelmäßig, und meistens kommt sie mit einem entschuldigenden Unterton, als wäre sie unangemessen. Ist sie überhaupt nicht.

Die kurze Antwort: Ja, du darfst. Der Wimpernkleber wirkt ausschließlich an der Wimper, nichts davon gelangt in deinen Körper, und Risiken für das Kind sind nicht bekannt. Die längere Antwort handelt von drei praktischen Dingen, die trotzdem dagegen sprechen können.

Warum es keine medizinische Frage ist

Bei einer Wimpernverlängerung wird eine feine Faser auf deine Naturwimper gesetzt, mit einem halben bis einem Millimeter Abstand zum Lid. Der Kleber berührt deine Haut zu keinem Zeitpunkt und härtet innerhalb von Sekunden aus.

Es gibt also keinen Aufnahmeweg in den Blutkreislauf, anders als bei manchen Kosmetikprodukten, die großflächig auf die Haut kommen. Genau deshalb steht das Thema in keiner Schwangerschaftsliste.

Was ich trotzdem dazusage: Ich bin Lash-Artistin, keine Ärztin. Wenn du unsicher bist oder eine Risikoschwangerschaft hast, sprich kurz mit deiner Ärztin oder Hebamme. Das kostet fünf Minuten und nimmt dir das ungute Gefühl.

Punkt eins: Deine Haltbarkeit verändert sich

Das ist der Effekt, den kaum jemand auf dem Schirm hat, und er wirkt in beide Richtungen.

Während der Schwangerschaft bleiben Haare oft länger in der Wachstumsphase. Viele Frauen bemerken volleres Kopfhaar, und dasselbe gilt für die Wimpern: Es fallen weniger aus als sonst. Für dein Set heißt das, es hält tendenziell länger, und du brauchst seltener ein Refill.

Nach der Geburt kehrt sich das um. Was monatelang nicht ausgefallen ist, geht dann in kurzer Zeit, meist zwischen dem zweiten und vierten Monat danach. Das betrifft auch die Wimpern, und es sieht dramatischer aus, als es ist.

Wichtig zu wissen: Das liegt nicht an den Extensions. Es passiert genauso ohne. Wenn du in dieser Phase feststellst, dass viel fehlt, ist das kein Schaden, sondern Nachholen.

Punkt zwei: Das Allergierisiko steigt

Hormonelle Veränderungen machen die Haut empfindlicher, und das gilt auch für die Bereitschaft, allergisch zu reagieren. Eine Kontaktallergie kann sich gegen etwas entwickeln, das du vorher jahrelang problemlos vertragen hast.

Deshalb empfehle ich in der Schwangerschaft einen Patch-Test, auch bei Stammkundinnen. Dabei setze ich zwei bis drei Tage vor dem eigentlichen Termin jeweils drei bis fünf kurze Extensions pro Auge. Bleibt alles ruhig, machen wir weiter.

Woran du eine echte Allergie von einer harmlosen Reizung unterscheidest, steht hier: Wimpernkleber-Allergie erkennen.

Punkt drei: Die Liegezeit

Das ist in der Praxis der häufigste Grund, warum wir am Ende doch etwas anderes machen.

Ein neues Set dauert 90 bis 120 Minuten, und du liegst dabei flach auf dem Rücken. Im ersten und zweiten Trimester ist das meist unproblematisch. Im dritten Trimester wird es unbequem, und viele Frauen vertragen längeres Liegen auf dem Rücken dann schlecht.

Ich kann die Liege etwas anstellen und mit Kissen arbeiten, aber das hat Grenzen: Für sauberes Arbeiten brauche ich einen bestimmten Winkel zum Auge. Wenn du in den letzten Wochen bist, sage ich dir das vorher, statt dich zwei Stunden aushalten zu lassen.

Dazu kommt die Frühschwangerschaft: Wer mit Übelkeit kämpft, empfindet auch die minimalen Kleberdämpfe unangenehmer als sonst.

Was ich stattdessen oft empfehle

Für viele Schwangere ist das Keratin-Lifting für 35 Euro die bessere Wahl, und das sage ich nicht, um etwas Günstigeres zu verkaufen:

  • Es dauert 40 Minuten statt 90 bis 120. Das ist der entscheidende Unterschied.
  • Es kommt ohne Kleber aus, damit entfällt die Allergiefrage.
  • Es hält sechs bis acht Wochen ohne Zwischentermin, was gut in eine Zeit passt, in der Termine ohnehin knapp werden.

Mit Tönung sind es 45 Euro und rund 60 Minuten. Alle Details stehen auf der Seite Wimpernlifting in Schwäbisch Gmünd.

Und was ist mit den Brauen?

Die Frage kommt fast immer im selben Atemzug, deshalb kurz dazu.

Beim Zupfen und Formen gibt es nichts zu bedenken. Das Signature Brauendesign für 35 Euro dauert 30 Minuten, du sitzt dabei halb aufrecht, und es kommt kein Produkt zum Einsatz, das irgendwo einziehen könnte.

Bei Farbe ist es eine Abwägung. Anders als beim Wimpernkleber liegt eine Tönung oder ein Hybrid-Stain großflächiger auf der Haut. Die Mengen sind winzig, und ein konkretes Risiko ist nicht belegt. Wer aber ganz sichergehen möchte, verschiebt Farbe auf die Zeit nach der Geburt und bleibt so lange bei der Form.

Was in jedem Fall gilt: Weil die Haut jetzt empfindlicher reagiert, mache ich vor dem Färben einen Test an einer kleinen Stelle, auch wenn du die Farbe schon kennst. Welche Behandlungen es überhaupt gibt und was sie kosten, steht hier: Augenbrauen zupfen und färben, alle Preise.

Und das Wimpernserum?

Das ist die einzige Frage, bei der ich nicht entspannt bin, und sie hat deshalb einen eigenen Ratgeber: Wimpernserum in Schwangerschaft und Stillzeit. Kurzfassung: pausieren. Dort steht auch, woran du die kritischen Wirkstoffe in der Inhaltsstoffliste erkennst und was gilt, wenn du ein Serum benutzt hast, bevor du von der Schwangerschaft wusstest. Was die Serumtypen grundsätzlich unterscheidet, erklärt der Ratgeber zum Wimpernserum bei Extensions.

Und nach der Geburt?

Sobald du wieder Zeit und Lust hast, spricht nichts dagegen. Auch in der Stillzeit gilt für Extensions dasselbe wie oben: kein Aufnahmeweg, keine bekannten Risiken.

Warte nur mit dem Urteil über deine eigenen Wimpern, bis der Haarausfall durch ist. Was in dieser Phase wirklich hilft, steht hier: Naturwimpern pflegen.

Wenn du unsicher bist, komm einfach für eine kurze Beratung vorbei. Wir schauen gemeinsam, was gerade zu dir passt, und manchmal ist die Antwort auch: jetzt lieber nicht. Termine gibt es online.

Und für die Zeit danach: Wie lange die einzelnen Sets dauern, also wie lange du liegst, siehst du hier auf einen Blick: Wimpernverlängerung in Schwäbisch Gmünd.

Häufige Fragen

Ist eine Wimpernverlängerung in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja. Der Kleber wirkt ausschließlich an der Wimper, nichts davon gelangt in den Körper, und es sind keine Risiken für das Kind bekannt. Gegen den Termin sprechen eher praktische Gründe: veränderte Haltbarkeit, ein höheres Allergierisiko und das lange Liegen. Bei Unsicherheit sprich bitte mit deiner Ärztin oder Hebamme.

Warum hält meine Wimpernverlängerung in der Schwangerschaft anders?

Weil sich der Haarzyklus verändert. Viele Schwangere verlieren in dieser Zeit weniger Haare als sonst, wodurch die Extensions länger sitzen bleiben. Nach der Geburt kehrt sich das um: Dann fallen viele Härchen auf einmal aus, auch an den Wimpern. Beides ist normal und geht vorbei.

Kann ich in der Schwangerschaft plötzlich auf Wimpernkleber reagieren?

Das ist möglich. Hormonelle Veränderungen machen die Haut empfindlicher, und eine Allergie kann sich auch gegen etwas entwickeln, das du vorher jahrelang vertragen hast. Deshalb empfehle ich in dieser Zeit einen Patch-Test vor dem Termin, auch wenn du schon Stammkundin bist.

Was ist mit einem Wimpernlifting statt Extensions?

Für viele die praktischere Wahl. Das Keratin-Lifting dauert 40 statt 90 bis 120 Minuten, kommt ohne Kleber aus und hält sechs bis acht Wochen ohne Nachtermin. Gerade im dritten Trimester ist die kürzere Liegezeit oft das entscheidende Argument.

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Sofie Reinik

Lash- & Brow-Artist und Inhaberin von Lash Affair in Schwäbisch Gmünd

Sofie schreibt hier über das, was sie täglich im Atelier macht: Wimpernverlängerung, Lifting und Brauen-Styling – ehrlich, ohne Verkaufsfloskeln.

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